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Patientenverfügung

 

Gesetzliche Grundlage ist das Patientenverfügungs-Gesetz (BGBl. I Nr. 55/2006)

 

I. Errichtung

1. Sie wahren Ihr Recht auf Selbstbestimmung, auch wenn Sie nicht mehr äußerungs- oder einsichts- oder urteilsfähig sind.

 

2. Sie lehnen eine oder mehrere medizinische Behandlungsmaßnahmen ab. Informationen zum Inhalt der Patientenverfügung finden Sie unten unter Punkt II - Ihre Überlegungen zum Inhalt

 

  • 3. Sie verfassen Ihre Patientenverfügung schriftlich und versehen sie mit Datum und Unterschrift. Sie haben nun eine beachtliche Patientenverfügung errichtet. Datum und Unterschrift sollen ca. alle 5 Jahre am selben Formular wiederholt hinzugefügt werden, damit Ihre Patientenverfügung aktuell bleibt.

 

4. Sie können (müssen aber nicht) zusätzliche Beratungen und Bestätigungen einholen. Informieren Sie sich vorab über die Höhe der Sie treffenden Kosten.

  • Sie besprechen Ihre Patientenverfügung mit einem Arzt. Der Arzt bestätigt schriftlich, welches Aufklärungsgespräch er mit Ihnen geführt hat sowie dass Sie dieses aus seiner Sicht verstanden haben und
  • Sie besprechen Ihre Patientenverfügung mit einem Rechtsvertreter (Notar, Rechtsanwalt, Patientenanwalt) und erhalten eine Bestätigung der Errichtung. Sie haben nun für 5 Jahre eine verbindliche Patientenverfügung - danach müssen Sie Ihre Patientenverfügung neuerlich verbindlich errichten, anderenfalls wird sie beachtlich.

 

5. Ihre Patientenverfügung wirkt

  • der Arzt muss sich an Ihrer beachtlichen Patientenverfügung orientieren - der Arzt muss Ihre verbindliche Patientenverfügung befolgen - Sie können Ihre Patientenverfügung jederzeit widerrufen oder ändern.

 

6. Sie verwahren Ihre Patientenverfügung bei Ihren Dokumenten. Im Anlassfall bringen Sie selbst oder Ihre Vertrauensperson die Patientenverfügung zum Arzt/ins Krankenhaus. Sie haben eine kleine Hinweiskarte bei Ihrer E-Card, Ihren Ausweispapieren oder in Ihrer Geldbörse.

 

II.  Ihre Überlegungen zum Inhalt

Stellen Sie sich vor, Sie sind nicht mehr äußerungs- oder einsichts- oder urteilsfähig. Nun denken Sie darüber nach, wie Sie in dieser Situation ärztlich behandelt, insbesondere nicht behandelt werden möchten. Sie stellen Ihre eigenen Überlegungen an. Sie überlegen gut und reiflich. Sie besprechen sich, wenn möglich, mit Ihren Vertrauenspersonen und Experten. Als Hilfestellung dafür können Ihnen die nachfolgenden Informationen dienen.

 

1. Ich lehne folgende ärztliche Behandlungsmaßnahmen ab z.B.:

  • Eine künstliche Ernährung z.B. über eine Magensonde, eine Darmsonde,eine Nasensonde oder einen venösen Zugang.
  • Eine künstliche Flüssigkeitszufuhr.
  • Eine künstliche Beatmung (ausgenommen Maskenbeatmung).
  • Eine Dialyse.
  • Eine Antibiotikagabe.
  • Operationen.
  • Die Fortführung bereits eingeleiteter intensivtherapeutischer Maßnahmen.
  • Sonstige lebensverlängernde Maßnahmen.
  • Eine Wiederbelebung.

Welche ärztlichen Maßnahmen nehme ich davon aus z.B.:

  • Maßnahmen zur Symptom- oder Schmerzlinderung                                              

 

2. Für folgende Krankheitssituationen sollen meine Ablehnungen gelten z.B.:

  • Mein Sterbeprozess ist unabwendbar.
  • Die Prognose meiner Erkrankung ist aussichtslos.
  • Eine Gehirnschädigung oder ein Koma sind irreversibel, d.h. ein Aufwachen ist unwahrscheinlich.
  • Ein Endstadium einer Demenz liegt vor.
  • Ich kann Nahrung und/oder Flüssigkeit dauerhaft nicht mehr auf natürliche Weise aufnehmen.  

 

3. Meine Gründe/Motive für meine Ablehnungen sind: Sie geben z.B. Auskunft über:

  • Wie lebe ich und möchte ich bis zu meinem Tod leben?
  • Wie gesund/krank bin ich?
  • Welche ärztlichen Behandlungen habe ich an mir selbst erlebt oder bei anderen beobachtet, die mir unverhältnismäßig erscheinen oder mich mehr belasten als mir Nutzen bringen?
  • Welche Einstellungen, Weltanschauungen oder religiösen Überzeugungen habe ich zur Medizin, zum Leben und zum Tod?   

Weitere Informationen geben wir Ihnen in Informationsveranstaltungen oder erhalten Sie in einer Informationsbroschüre, die Sie bei uns anfordern können.

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